Kolumne im "ERFOLG" vom Juli 2011
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Eigentlich wollten wir nur neue Clogs (diese modischen Gummifinken) kaufen.
Dummerweise fahren wir an der Gratis-Wurst-Aktion des Restpostendiscounters vorbei
und natürlich haben alle im Auto Hunger. Kostet ja nichts. „Papa, warum verschenken
die eigentlich Würste an so viele Leute? Das kostet die ja bestimmt eine Menge Geld!“
Ich mag intelligente Fragen intelligenter Kinder - vor allem, wenn es meine sind ![]()
„Weisst Du, die rechnen damit, dass die Leute dann bei ihnen viel einkaufen. Dann
machen sie mehr Umsatz und verdienen mehr als sie verschenkt haben.“ „Dann ist die
Wurst gar nicht richtig gratis?“ „Doch, die Wurst ist gratis - aber wenn wir schon hier
sind, können wir uns auch hier umschauen. Da hat‘s auch Clogs, sieh mal!“ „Das sind
aber nicht die mit den Blümchen!“ „Ja ja, dafür sind sie 2 Franken günstiger und eine
Wurst gibt‘s obendrauf. Such dir ein paar aus!“ Inzwischen hat meine Frau schöne
Blumentöpfchen und weitere hübsche Deko-Artikel gefunden, gemeinsam entdecken
wir noch ein paar supergünstige Lebensmittel, ein Dart-Spiel und Geschenkartikel. Der
Korb ist voll, die nette Kassiererin erhält 135.20 von mir und wir alle zur Belohnung die
Gratis-Wurst. Wieder beim Auto höre ich den Vorwurf meiner Tochter: „Ein Falafel wäre
mir lieber gewesen. Und die Clogs mit den Blumen auch. Das wäre bestimmt nicht
teurer gewesen als all der Krimskrams. Versprichst Du mir, dass wir nie mehr eine
Gratis-Wurst essen?“
Manchmal tun intelligente Fragen auch weh. Und das ist mir nicht Wurst - auch wenn
sie gratis ist.